Neue Kamera Lumix G110

Neue Kamera Lumix G110

Von Fotografie habe (hatte) ich nicht allzu viel Ahnung. Mitte der 80-ziger Jahre konnte ich von einem Bekannten eine Spiegelreflexkamera von Minolta gebraucht erwerben (250 DM). Damals hatte ich die Hoffnung, so etwas mehr über das Fotografieren erfahren zu können. Damals wurde noch analog fotografiert. Fehlversuche waren daher teuer, denn der Film musste erst entwickelt werden, um die Versuche bewerten zu können.

Um ehrlich zu sein: ich hatte es nie wirklich gut verstanden, wie gute Bilder geschossen werden können.

Im digitalen Zeitalter wechselte ich dann auf Compact-Kameras. Hier war die Hoffnung, dass die Kameras alles automatisch einstellen und so die fehlende Intelligenz bei mir ersetzen. Naja, unzählige Fotos habe ich schon geschossen. Zunächst mit der einer Olympus (1997-2008), dann mit einer Canon Powershot S5 (2008-2021) sowie einer Canon Powershot A2200 (bis 2019) und einer Canon Powershot SX620 HS (2019-2021).

Mit den Canon-Kameras habe ich aber auch nicht das Fotografieren erlent, weil ich mich nicht damit befassen wollte. Ich konnte aber durchaus für mich gute Makroaufnahmen als auch gute Zoom-/Teleaufnahmen machen. Heute weiß ich, dass die meisten Fotos nur Schrott sind, da meist irgendeine Einstellung völlig daneben war.

Das ist aber für mich auch nicht so schlimm, denn viele Fotos benötige ich nur als Merker. Ich brauche sie als Erinnerung für eine Szene, eine Gegend oder eine andere Gelegenheit.

Vor einiger Zeit habe ich damit begonnen, mich für die Technik und die Grundlagen der Fotografie zu interessieren. Was ist das für ein Thema mit der Blende und der Tiefenschärfe? Was regelt die ISO? Warum ist die Verschlusszeit wichtig? Diese 3 Punkte sind die Grundlage der Fotografie. Soviel habe ich nun mittlerweile begriffen.

Dazu gesellen sich noch die Themen um den Weißabgleich, das Messverfahren sowie das Fokussieren und noch einiges anderes mehr.

Mit der Canon Powershot S5 kann ich viele Einstellungen selber vornehmen. Neben den auswählbaren Automatikprogrammen, kann ich selber im manuellen Modus die Einstellungen für Blende, Verschlusszeit und ISO vornehmen. Aber die S5 ist eben “nur” eine Compact-Kamera mit festeingebautem Objektiv (6-72 mm KB).


Der Wunsch nach einer Veränderung kam dann recht schnell auf. Es sollte wieder eine Spiegelreflex-Kamera werden. So der erste Gedanke. Auf YouTube habe ich viele Kanäle gefunden, die viele Videos zum Erlernen der Fotografie bereitstellen. Meist sind die Videos sehr allgemein gehalten und auch sehr verständlich. Man muss eben das Gehörte nur behalten und dann bei Gelegenheit entsprechend anwenden.

Viele der Kanalbetreiber arbeiten mit Kameras von Sony. Oftmals sind es Profigeräte, die für meinen Geldbeutel absolut zu teuer sind. Zudem würde ich hier Perlen vor die Säue werfen, denn ich bin noch nicht mal als ambitionierter Hobbyfotograf zu bezeichnen. Ich habe einfach nur Spaß an der Sache gefunden.

Ich musste zunächst lernen, dass es neben den Spiegelreflex-Kameras auch spiegellose System-Kameras gibt. Sodann musste ich mich mit den verschiedenen Formaten befassen. Welches Format soll es denn sein?

Irgendwie war für mich klar, dass ich mir eine spiegellose System-Kamera besorgen wollte. Ich musste mich nur zwischen diesen Formaten entscheiden:

  • Kleinbild (Vollformat)
  • APS-C (Cropfaktor 1,5 bzw. 1,6 bei Canon)
  • MFT Micro Four Third (Cropfaktor 2,0)

Und auch an dieser Stelle war dann klar: Je größer der Sensor, desto höher der Preis. Das ist zwar etwas verallgemeinert, aber durchaus zutreffend.

Mit meinen bisherigen Kameras habe ich auch Videoclips erstellt. Alles nur für den Hausgebrauch, aber das Filmen muss auf jeden Fall mit betrachtet werden. Und so stieß ich bei der Suche nach einer Kamera im MFT-Format schnell auf eine im Juni 2020 neu erschienene Kamera von Lumix. Es ist das Modell DC G110. Diese Kamera ist mehr oder weniger für Vlogger gedacht, die Selfie-Videos produzieren und in sozialen Netzwerken teilen.

Ich bin zwar kein Vlogger, der in die Öffentlichkeit strebt, aber auf meinen Radtouren bin ich bereits mit der Actioncam (Apeman A100) aktiv und warum sollte ich nicht mit dieser neuen Lumix-Kamera vielleicht noch besser meine Dokumentationen erstellen können?

Und so legte ich mir dieses Modell zu, welches im Artikelbild zu sehen ist. Das Foto entstand eher zufällig und ist nicht besonders scharf.

Die Kamera habe ich mit einem Selfie-Stativ erworben, der laut Werbung und Hersteller extra für diese Kamera entwickelt wurde. Die Kamera kann am Stativ bedient werden (Foto aufnehmen, Video an/aus, Schlafknopf).

Das Objektiv der Lumix G110 hat eine Brennweite von 12 - 32 mm (KB). Die Angaben auf den Objektiven sind immer bezogen auf das Kleinbildformat 36 x 24 mm. Das MFT-Format hat einen Cropfaktor von 2. Das bedeutet, die Brennweitenangaben sind immer mit 2 zu multiplizieren, wenn ein MFT-Format vorliegt. Demnach liegt die Brennweite für meine Kamera bei 24 - 64 mm.

Um die gleichen Aufnahmen machen zu können, wie ich sie mit meinen Canon-Compact-Kameras mache, reicht das Standardobjektiv der G110 nicht. Das habe ich mittlerweile erfahren und war mir auch vorher schon klar. Ein Tele-Objektiv und ein Makro-Objektiv müssen her.

Doch Stopp!

Ich habe ein Tele-Objektiv. Und zwar hatte ich mir 1993 eine gebrauchtes Tele-Objektiv von Sigma (80 - 200 mm - MD-Bajonette) zugelegt (120 DM). Während meiner vielen Recherchen hatte ich registriert, dass man alte “analoge” Objektive durchaus an neuen System-Kameras benutzen kann. Man hat dann nur eben die elektronische Anbindung nicht und somit auch keine entsprechenden EXIF-Daten.

Der notwendige Adapter für das MD-Bajonette von Minolta liegt vor und somit auch die Enttäuschung. Warum?

Ich wusste nicht, dass Tele-Objektive im Innern verdrecken und verschimmeln können. Das habe ich erst gelesen, als ich mich nach einigen Probeaufnahmen im Internet erkundigt hatte, warum die Bilder milchig wirkten. Tja, mit einem hellen Lichtstrahl der Handytaschenlampe war wirklich ein Belag im Innern auf einer Linse zu sehen. Auch Staubpartikel sind auszumachen. Das ist so schade. Ob eine Reinigung wirtschaftlich ist, kann ich nicht sagen, aber nach Meinung der Experten lohnt es sich meistens nicht.

Daher werde ich wohl ein neues Tele-Objektiv kaufen müssen. Dann habe ich zumindest eine elektronische Anbindung und die entsprechenden EXIF-Daten.

Bei ebay und ebay-Kleinanzeigen habe ich bereits recherchiert und nach gebrauchten Objektiven Ausschau gehalten. Diese sind mir allerdings zu teuer. Dann gebe ich lieber etwas mehr Geld aus und erwerbe Neugeräte, die dann auch noch Garantie haben.

Für das Tele-Objektiv (Panasonic H-FSA45200E Lumix G Vario 45-200 mm/ F4.0-5.6 II/O.I.S.) muss ich mit über 300 Euro rechnen. Für das Makro-Objektiv (Panasonic H-HS030E LUMIX G Makro 30 mm F2.8 ASPH.Objektiv (O.I.S. Bildstabilisator, Bildwinkel 40°, Filtergröße 46 mm) schwarz) werde ich hoffentlich einiges unter 300 Euro bleiben können. Ob ich diese Anschaffung wirklich durchführe, weiß ich noch nicht, aber es spricht auch nichts dagegen, wenn ich etwas mehr als nur Schnappschussfotografie betreiben möchte.

Ich bin ein großer Fan der Makrofotografie. Es fasziniert mich zu sehen, wie detailliert kleine Gegenstände oder kleine Tiere und Pflanzen dargestellt werden können. An die Profiqualität werde ich mit einem Equipment nie herankommen, aber schon mit den Compact-Kameras habe ich für mich sehr sehenswerte Bilder erzeugen können.

Einfach die Kamera mal ins hohe Gras/Gebüsch halten, oder in einen morschen Baumstamm, und schon können wirklich sehr interessante Szenen festgehalten werden. Ich finde das immer wieder spannend.


Sobald ich die neuen Objektive habe, werde ich auf meinen Radtouren hoffentlich etwas ruhiger werden und schöne Motive besser vor die Linsen bringen können. Ich hoffe sehr, dass ich nach und nach mehr von der Fotografie verstehe und die örtlichen Gegebenheiten dann entsprechend in gute Bilder umsetzen kann. Es hört sich in den YouTube-Videos immer alles so einfach und logisch an. Die Umsetzung des Gehörten und Gesehenen ist jedoch alles andere als einfach, wenn die eigene Erfahrung und/oder das Wissen eines echten Experten fehlt.